Abschiedsreden

Johannesevangelium Kapitel 14-16

Die Abschiedsreden Jesu Christi an seine Jünger

Neue Übersetzung von Carmen Roman aus dem Hebräischen

Copyright Carmen Roman - Private Website von Carmen Roman, Theologin

Johannes 14: (1) “Euer Herz lasse sich nicht ängstigen! Vertraut Gott und vertraut mir! (2) Im Haus meines Vaters sind viele Wohnstätten. Wenn es nicht so wäre, würde ich euch verkündigen, dass ich gehe, um für euch eine Wohnstätte zu schaffen? (3) Und wenn ich gehe und für euch eine Stätte bereitet haben werde, werde ich zurückkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr auch sein werdet, wo ich bin. (4) Ihr wisst, wohin ich gehe, und ihr kennt den Weg”. (5) Thomas fragte Jesus: “Mein Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, und wie können wir den Weg wissen?” (6) Jesus sagte zu ihm: “Sieh, ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand wird zum Vater kommen außer durch mich. (7) Wenn ihr mich kennt, kennt ihr auch den Vater. Und jetzt schon kennt ihr ihn und habt ihn gesehen”. (8) Da sagte Philippus zu ihm: “Mein Herr, lass uns doch den Vater sehen, das ist genug für uns”. (9) Jesus sagte zu ihm: “Wie lange bin ich bei euch, Philippus, bevor du mich erkennst? Wer mich sieht, der sieht den Vater. Wieso sagst du: ‘Zeige uns den Vater’? (10) Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater selbst ist in mir. Die Worte, die ich zu euch sagen werde, sage ich nicht aus mir selbst heraus, denn der Vater, der in mir wohnt, er selbst tut die Werke. (11) Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater selbst in mir, und wenn ihr nicht wegen der Werke glaubt, glaubt mir! (12) Gewiss, amen, ich sage euch: Wer mir vertraut, wird sogar selbst die Werke tun, die ich tue und wird sogar selbst mehr als diese tun, denn ich gehe zum Vater. (13) Und alles, was ihr in meinem Namen bittet, werde ich tun, damit der Vater durch den Sohn gewichtig wird. (14) Also bittet etwas in meinem Namen, ich werde es tun. (15) Wenn ihr mich liebt, bewahrt ihr meine Gebote. (16) Und ich werde meinen Vater bitten, und er selbst wird euch einen anderen Beistand geben, der ewig bei euch bleibt, (17) den Geist, der die Wahrheit ist und Wahrheit gibt, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und erkennt ihn nicht, aber ihr erkennt ihn, denn er selbst bleibt bei euch und wird in eurer Mitte sein. (18) Ich lasse euch nicht vaterlos, ich werde zu euch kommen. (19) Kurze Zeit noch, und die Welt wird mich nicht mehr sehen, aber ihr werdet mich sehen, denn ich bin lebendig, und auch ihr sollt lebendig sein! (20) An jenem Tag werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin, ihr in mir und ich in euch. (21) Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; und wer mich liebt, wird geliebt von meinem Vater, und ich liebe ihn, und ihm werde ich mich offenbaren”. (22) Judas sagte zu ihm - nicht Judas, der Mann aus Karioth -: “Mein Herr, was bedeutet dies, dass du dich uns offenbaren willst, aber nicht der Welt?” (23) Jesus antwortete folgendermaßen: “Der mich liebt, bewahrt mein Wort, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm hinein kommen und an seine Seite unseren Tempel setzen. (24) Aber der mich nicht liebt, der bewahrt mein Wort nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht von mir selbst, sondern von meinem Vater, der mich geschickt hat. (25) Dies habe ich zu euch gesagt, solange ich bei euch gewesen bin. (26) Aber der Beistand, der heilige Geist, den mein Vater in meinem Namen senden wird, wird euch alles unterrichten und euch an alles erinnern, das ich euch deutlich gemacht habe. (27) Schalom lege ich auf euch, meinen Frieden werde ich euch geben. Ich gebe nicht so wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und sei nicht mutlos! (28) Habt ihr nicht gehört, dass ich zu euch gesagt habe: Ich werde gehen und zu euch zurück kommen. Wenn ihr mich liebt, dann freut euch doch, wenn ich euch sage, dass ich zum Vater gehe, denn mein Vater ist größer als ich. (29) Also, seht, ich habe euch dies deutlich gemacht, bevor es geschieht, damit ihr Vertrauen habt, wenn es kommt. (30) Ich werde nicht noch mehr mit euch reden, denn es wird der Fürst dieser Welt kommen, und ihm kommt durch mich überhaupt nichts zu. (31) Aber damit die Welt erkennt, dass ich meinen Vater liebe, und wie mein Vater geboten hat, so führe ich es aus. Steht auf, wir wollen von hier weggehen. Johannes 15: (1) Ich bin der wahrhaftige Weinstock und mein Vater ist der Weingärtner. (2) Jede Ranke, die keine Frucht bringt, wird er entfernen. Aber die Frucht bringt, wird er reinigen, damit ihre Frucht vermehrt wird. (3) Ihr seid schon gereinigt um meines Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. (4) Bleibt in mir und ich in euch; wie die Weinranke nicht aus sich selbst Frucht bringen wird, es sei denn, sie bleibt am Weinstock, so auch ihr nicht, es sei denn, ihr bleibt in mir. (5) Ich selbst bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Der in mir bleibt, der wird viel Frucht bringen, denn ohne mich könnt ihr gar nichts tun. (6) Ein Mensch, der nicht in mir bleibt, wird wie eine Ranke auf die Straße weggeworfen und vertrocknet. Man liest sie auf, man wirft sie ins Feuer, um sie zu verbrennen. (7) Aber wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr alles bitten, was euch gefällt, und es wird für euch getan werden. (8) Dadurch, dass ihr viel Frucht bringt, wird mein Vater wichtig genommen, und ihr werdet mir zu Jüngern. (9) Wie mein Vater mich liebt, liebe ich euch auch, und ihr bleibt in meiner Liebe. (10) Wenn ihr meine Gebote bewahrt, bleibt ihr in meiner Liebe wie auch ich die Gebote meines Vaters bewahre und in seiner Liebe bleibe. (11) Dies habe ich zu euch gesagt, damit meine Freude in euch bleibt und eure Freude völlig erfüllt werde. (12) Seht, dies ist mein Gebot, dass jeder seinen Bruder liebt wie ich euch liebe. (13) Mehr Liebe kann ein Mensch nicht haben, als dass er sein Leben einsetzt für seine Geliebten. (14) Ihr, ihr seid meine Geliebten, wenn ihr tut, was ich euch geboten habe. (15) Ich nenne euch nicht mehr Diener, denn der Diener erkennt nicht, was sein Herr tut. Sondern ich nenne euch meine Geliebten, denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch erkennen lassen. (16) Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe euch auserwählt und euch eingesetzt, damit ihr auf dem Weg seid und Frucht bringt, damit eure Frucht Bestand hat und damit alles, was ihr von meinem Vater in meinem Namen bitten werdet, euch gegeben werde. (17) Dies habe ich euch geboten, damit jeder seinen Bruder liebt. (18) Wenn die Welt euch hasst, wisst ihr, dass sie mich schon vorher gehasst hat. (19) Wenn ihr aus der Welt stammtet, dann liebte die Welt, was zu ihr gehört. Da ihr aber nicht aus der Welt stammt, sondern ich habe euch aus der Welt heraus erwählt, deshalb hasst euch die Welt. (20) Erinnert euch an mein Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Diener ist nicht größer als sein Herr. Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie euch auch verfolgen. Wenn sie mein Wort bewahren, werden sie auch euer Wort bewahren. (21) Also, dies alles werden sie euch antun um meines Namens willen, denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat. (22) Wenn ich nicht gekommen wäre und nicht zu ihnen gesprochen hätte, wäre keine Sünde in ihnen. Aber doch können sie sich nicht der Sünde entziehen. (23) Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater. (24) Wenn ich nicht in eurer Mitte die Taten getan hätte, die niemand außer mir getan hat, wäre keine Sünde in ihnen. Aber sie haben gesehen und hassen sowohl mich als auch meinen Vater. (25) Aber zur Erfüllung dessen, was in ihrer Tora geschrieben steht: ‘Seht, sie hassen mich’ (Ps. 69,5). (26) Aber wenn der Beistand kommen wird, den ich euch aus meinem Vater senden werde, der Geist, der die Wahrheit ist und Wahrheit gibt, der aus meinem Vater hervorgeht, wird er über mich Zeugnis ablegen. (27) Auch ihr werdet Zeugnis ablegen, denn von Anfang an seid ihr mit mir zusammen gewesen. Johannes 16: (1) Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr nicht stolpert. (2) Man wird euch ausstoßen. Es wird sogar die Zeit kommen, dass jeder, der euch tötet, meinen wird, Gott einen Dienst zu tun. (3) So wird man euch behandeln, weil sie weder meinen Vater noch mich kennen. (4) Aber ich habe euch dies deutlich gemacht, damit ihr euch, wenn die Zeit gekommen sein wird, erinnert, dass ich zu euch geredet habe. Ich habe euch dieses nicht von Anfang an gesagt, denn ich bin ja bei euch gewesen. (5) Aber jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, aber keiner von euch fragt mich, wohin ich gehe. (6) Aber weil ich dies zu euch gesagt habe, ist euer Herz von Schmerz erfüllt. (7) Aber ich habe euch die Wahrheit klar gemacht: Es ist doch gut für euch, dass ich gehe, denn wenn ich nicht gehe, kommt der Beistand nicht zu euch; aber wenn ich gehe, werde ich ihn zu euch senden. (8) Wenn er kommt, wird er die Welt richten wegen der Sünde und wegen Recht und Gerechtigkeit. (9) Wegen der Sünde: denn sie glauben nicht an mich. (10) Und wegen des Rechts: dass ich zu meinem Vater gehe, und ihr seht mich nicht mehr. (11) Und wegen der Gerechtigkeit: denn der Fürst dieser Welt ist gerichtet. (12) Ich habe euch noch vieles klar zu machen, aber ihr könnt es jetzt nicht aushalten. (13) Aber der Geist selbst, der die Wahrheit ist und Wahrheit gibt, wird, wenn er kommt, euch zu aller Wahrheit leiten, denn er redet nicht aus sich selbst heraus, sondern, was er hört, das wird er reden, und die Vorzeichen künftiger Begebenheiten wird er euch offenbaren. (14) Er selbst wird mich zieren, denn aus dem, was bei mir ist, wird er nehmen und euch Klarheit geben. (15) Alles, was der Vater hat, das kommt auch mir zu, deshalb habe ich gesagt, dass er das, was er von mir nehmen wird, euch offenbaren wird. (16) Kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen. Und noch eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich erblicken”. Einige seiner Jünger sagten untereinander: “Was meint er damit: ‘Kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen. Und noch eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich erblicken’? Und was meint er damit: ‘Ich gehe zum Vater’?” Sie fragten: “Was bedeutet das, dass er sagt: ‘Kurze Zeit’? Wir wissen nicht, was er meint”. (19) Jesus erkannte, dass sie in ihrem Herzen vorhatten, ihn zu fragen. Er sagte zu ihnen: “Versucht ihr hierüber untereinander etwas herauszufinden, dass ich gesagt habe: ‘Kurze Zeit, und ihr werdet mich nicht sehen. Und noch eine kurze Zeit, dann werdet ihr mich erblicken’? (20) Gewiss, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich amüsieren. Ihr werdet traurig sein, aber eure Traurigkeit wird in Freude verwandelt werden. (21) Eine Frau hat Schmerz, während sie ein Kind zur Welt bringt, denn der Zeitpunkt ist da. Aber nachdem sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihren Schmerz aufgrund ihrer Freude, dass ein Mensch auf die Welt gekommen ist. (22) Auch euch geht es so zur Trauerzeit. Aber ich werde zurückkommen und euch sehen und euer Herz wird fröhlich sein, und niemand wird euch eure Freude wegnehmen. (23) Und an jenem Tag werdet ihr nichts fragen. Gewiss, amen, ich sage euch, dass alles, was ihr meinen Vater bitten werdet, er euch in meinem Namen geben wird. (24) Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen erbeten. Bittet, dann wird euch gegeben, damit eure Freude völlig erfüllt werde. (25) Dies habe ich zu euch in Denksprüchen gesagt. Wenn aber der Zeitpunkt gekommen sein wird, werde ich zu euch nicht mehr in Denksprüchen reden, sondern frei und direkt werde ich zu euch über meinen Vater sprechen. (26) An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten. Ich sage nicht zu euch, dass ich für euch zu meinem Vater beten werde. (27) Denn auch mein Vater selbst liebt euch, euch, die ihr mich liebt und glaubt, dass meine Existenz aus Gott kommt. (28) Ich bin aus dem Vater heraus gegangen. Ich werde zurückkommen auf die Welt. Ich verlasse die Welt und werde zu meinem Vater gehen”. (29) Seine Schüler sagten zu ihm: “Sieh, du redest frei und direkt und nicht in Denksprüchen. Jetzt erkennen wir, dass du alles weißt und es muss dich niemand mehr darüber fragen. (30) Wir glauben, dass deine Existenz aus Gott ist”. (31) Jesus sagte zu ihnen: “Jetzt glaubt ihr. (32) Seht, es kommt der Zeitpunkt, jetzt ist er schon da, dass jeder in sein Haus rennt, aber mich verlasst ihr. Aber ich bin nicht alleine, denn mein Vater ist bei mir. (33) Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt geschieht euch Elend, aber euer Herz sei stark, ich habe die Welt besiegt”.

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